
Das Smartphone liegt bei vielen Menschen auch nachts auf dem Nachttisch. Handystrahlung beim Schlafen ist ein Thema, das zunehmend diskutiert wird. Solange Funkverbindungen aktiv sind, kann das Gerät auch bei ausgeschaltetem Display mit Mobilfunknetz, WLAN oder Bluetooth kommunizieren. Wer die hochfrequente Exposition am Schlafplatz reduzieren möchte, kann dies mit einfachen Maßnahmen tun: Abstand schaffen, nicht benötigte Funkverbindungen deaktivieren oder den Flugmodus nutzen.
Wichtig ist dabei eine sachliche Einordnung: Dass sich die Exposition gegenüber hochfrequenten elektromagnetischen Feldern reduzieren lässt, bedeutet nicht automatisch, dass vom Handy neben dem Bett eine nachgewiesene Gesundheitsgefahr ausgeht.
Strahlt ein Handy nachts überhaupt?
Ein eingeschaltetes Smartphone ist nicht automatisch funktechnisch inaktiv, nur weil das Display dunkel ist.
Je nach Konfiguration kann es unter anderem Verbindungen über:
- Mobilfunk,
- WLAN,
- Bluetooth
aufrechterhalten oder herstellen.
Wie stark ein Mobiltelefon sendet, ist dabei nicht konstant. Smartphones regulieren ihre Sendeleistung abhängig von den Bedingungen der Funkverbindung. Bei ungünstigen Empfangsbedingungen kann eine höhere Sendeleistung erforderlich sein als bei einer guten Verbindung.
Wer sein Handy nachts nicht benötigt, kann die Funkaktivität deshalb reduzieren oder vollständig deaktivieren.
Was bedeutet „Handystrahlung“ eigentlich?
Der umgangssprachliche Begriff „Handystrahlung“ bezeichnet überwiegend hochfrequente elektromagnetische Felder, die für die drahtlose Datenübertragung genutzt werden.
Dazu gehören beispielsweise Mobilfunk sowie Funktechnologien wie WLAN und Bluetooth.
Diese hochfrequenten elektromagnetischen Felder gehören zur nichtionisierenden Strahlung. Sie unterscheiden sich grundlegend von ionisierender Strahlung wie Röntgen- oder Gammastrahlung.
Bei ausreichend hoher Intensität ist die Erwärmung von Körpergewebe ein wissenschaftlich etablierter Effekt hochfrequenter elektromagnetischer Felder. Grenzwerte sollen vor nachgewiesenen gesundheitlich relevanten Wirkungen schützen.
Ist Handystrahlung beim Schlafen gesundheitsschädlich?
Hier ist eine differenzierte Betrachtung besonders wichtig.
Nach dem derzeit etablierten wissenschaftlichen Kenntnisstand lässt sich nicht pauschal behaupten, dass ein eingeschaltetes Smartphone auf dem Nachttisch Schlafstörungen oder andere Erkrankungen verursacht.
Die Weltgesundheitsorganisation weist darauf hin, dass die wissenschaftlichen Erkenntnisse bei niedrigen elektromagnetischen Expositionen keine gesundheitlichen Folgen bestätigen. Gleichzeitig bestehen bei einzelnen Forschungsfragen weiterhin Wissenslücken.
Auch die Internationale Kommission zum Schutz vor nichtionisierender Strahlung (ICNIRP) kommt bei ihrer Gesamtbewertung zu dem Ergebnis, dass hochfrequente Expositionen unterhalb der relevanten Schwellenwerte wahrscheinlich nicht mit gesundheitsschädlichen Wirkungen verbunden sind.
Unabhängig davon kann es sinnvoll sein, vermeidbare Funkexpositionen zu reduzieren – insbesondere dann, wenn dies ohne Einschränkungen und mit einfachen Maßnahmen möglich ist.
Dabei sollte jedoch zwischen Vorsorge und einer nachgewiesenen gesundheitlichen Notwendigkeit unterschieden werden.
Smartphone und Schlaf sind trotzdem ein wichtiges Thema
Die Funkfelder sind nur ein Aspekt der Smartphone-Nutzung im Schlafzimmer.
Benachrichtigungen, nächtliches Scrollen, emotionale Aktivierung oder die Bildschirmnutzung unmittelbar vor dem Einschlafen können ebenfalls Einfluss auf das Schlafverhalten nehmen.
Wer seinen Schlafplatz optimieren möchte, sollte deshalb nicht ausschließlich auf „Handystrahlung“ achten, sondern die gesamte Nutzung des Smartphones am Abend betrachten.
Welche Rolle spielt der Abstand zum Handy?
Abstand ist eine der einfachsten Möglichkeiten, die persönliche Exposition gegenüber einer körpernahen Funkquelle zu reduzieren.
Deshalb muss das Smartphone nicht unmittelbar neben dem Kopf liegen.
Wer es nachts weiterhin eingeschaltet und erreichbar lassen möchte, kann es beispielsweise weiter vom Bett entfernt platzieren.
Das hat einen weiteren praktischen Vorteil: Liegt das Smartphone nicht direkt auf dem Nachttisch, sinkt möglicherweise auch die Versuchung, bei jedem Aufwachen automatisch auf das Display zu schauen.
Was bringt der Flugmodus nachts?
Der Flugmodus ist eine einfache Möglichkeit, die Mobilfunkverbindung des Smartphones zu deaktivieren.
Das kann besonders praktisch sein, wenn das Smartphone weiterhin als Wecker genutzt werden soll, nachts aber keine Mobilfunkverbindung benötigt wird.
Allerdings sollte man eine wichtige Besonderheit kennen:
Sind WLAN und Bluetooth im Flugmodus wirklich ausgeschaltet?
Das hängt vom Gerät, Betriebssystem und den gewählten Einstellungen ab.
Bei modernen Smartphones können WLAN oder Bluetooth teilweise auch im Flugmodus wieder separat aktiviert werden.
Wer möglichst wenige Funkverbindungen während der Nacht aktiv haben möchte, sollte deshalb kontrollieren, welche Funkfunktionen tatsächlich eingeschaltet sind.
Wer überhaupt keine Funktionen des Smartphones benötigt, kann das Gerät auch vollständig ausschalten.
WLAN, DECT und Smartwatch: weitere Funkquellen im Schlafzimmer
Wer sich mit elektromagnetischen Feldern am Schlafplatz beschäftigt, sollte nicht nur das Smartphone betrachten.
Mögliche Funkquellen sind beispielsweise:
- WLAN-Router und WLAN-Repeater,
- DECT-Basisstationen und Schnurlostelefone,
- Tablets,
- Smartwatches und Fitness-Tracker,
- Bluetooth-Geräte,
- Babyphone,
- Smart-Home-Komponenten,
- Funkgeräte aus angrenzenden Räumen oder Wohnungen.
Daneben existieren niederfrequente elektrische und magnetische Felder, beispielsweise durch Elektroinstallationen, Leitungen oder elektrische Geräte.
Hochfrequente Funkfelder und niederfrequente elektrische bzw. magnetische Felder besitzen unterschiedliche physikalische Eigenschaften und müssen deshalb getrennt betrachtet werden.
Handystrahlung am Schlafplatz reduzieren: praktische Maßnahmen
Wer seine persönliche Funkexposition während der Nacht vorsorglich reduzieren möchte, benötigt dafür zunächst keine komplizierten Produkte.
1. Abstand zum Smartphone schaffen
Legen Sie das Smartphone nicht unmittelbar neben den Kopf, sondern weiter vom Bett entfernt ab.
Die Exposition durch eine körpernahe Funkquelle lässt sich durch zusätzlichen Abstand reduzieren.
2. Flugmodus aktivieren
Wenn Sie nachts nicht erreichbar sein müssen, können Sie den Flugmodus verwenden.
Kontrollieren Sie anschließend, ob WLAN oder Bluetooth eventuell weiterhin aktiviert sind.
3. Nicht benötigte Funkverbindungen deaktivieren
Benötigen Sie beispielsweise nachts kein Bluetooth, kann die Funktion ausgeschaltet werden.
Gleiches gilt für WLAN oder andere Funkdienste, sofern Sie diese während der Nacht nicht benötigen.
4. Smartphone vollständig ausschalten
Wer das Gerät nachts überhaupt nicht benötigt, kann es vollständig ausschalten und beispielsweise einen klassischen Wecker verwenden.
5. WLAN-Router sinnvoll platzieren
Ein WLAN-Router muss nicht unmittelbar am Schlafplatz stehen.
Wer die Funkexposition im Schlafzimmer reduzieren möchte, kann zunächst prüfen, ob sich Router oder Repeater sinnvoller positionieren lassen.
6. Den gesamten Schlafplatz betrachten
Eine Konzentration ausschließlich auf das Smartphone kann andere Quellen übersehen.
Neben Hochfrequenzquellen können beispielsweise elektrische Installationen und Geräte niederfrequente Felder verursachen.
Deshalb gilt bei der Untersuchung technischer Störfelder grundsätzlich:
Erst die tatsächliche Situation feststellen – dann über Maßnahmen entscheiden.
Sollte man WLAN nachts ausschalten?
Wer WLAN nachts nicht benötigt und seine hochfrequente Exposition reduzieren möchte, kann den Router bzw. dessen WLAN-Funktion ausschalten oder – sofern vom Gerät unterstützt – eine Zeitsteuerung verwenden.
Aus dem bloßen Vorhandensein eines WLAN-Signals folgt jedoch nicht, dass eine gesundheitsschädliche Belastung vorliegt.
Die Entscheidung kann deshalb als persönliche Vorsorgemaßnahme verstanden werden.
Vor aufwendigen Abschirmmaßnahmen sollte zunächst festgestellt werden, welche Quellen tatsächlich relevant sind.
Wann ist eine Messung des Schlafplatzes sinnvoll?
Wer nicht nur das Smartphone betrachten möchte, sondern die technischen Felder am gesamten Schlafplatz kennenlernen will, kann eine fachgerechte Messung durchführen lassen.
Bei einer solchen Untersuchung können unterschiedliche Quellen getrennt erfasst werden.
Dazu gehören insbesondere:
Dadurch lässt sich feststellen, welche Quellen tatsächlich vorhanden sind und ob einfache Veränderungen wie Abstand, Umplatzieren oder Abschalten bereits ausreichen.
Auf geopathologie.de verfolgen wir bei technischen Störfeldern deshalb grundsätzlich den Ansatz:
Ausweichen – Abschalten – Abschirmen.
Eine Abschirmung sollte nicht automatisch der erste Schritt sein. Ohne Kenntnis der tatsächlichen Feldsituation können pauschale Abschirmmaßnahmen unnötig sein oder ungeeignet eingesetzt werden.
Einordnung aus Sicht der Geopathologie
Bei der Geopathologie nach der Methode Kopschina wird der Schlafplatz umfassender betrachtet. Neben geopathischen Fragestellungen können dabei auch technische Störfelder mit Messgeräten untersucht werden.
Wichtig ist die wissenschaftliche Abgrenzung: Geopathologische Konzepte wie sogenannte Erdstrahlen gehören zur Erfahrungsheilkunde und sind wissenschaftlich nicht als medizinische Ursache von Erkrankungen etabliert.
Technische elektromagnetische Felder hingegen sind physikalisch messbar.
Diese beiden Bereiche sollten deshalb nicht miteinander gleichgesetzt werden.
Fazit: einfache Maßnahmen statt Angst vor Handystrahlung
Ein Smartphone kann auch nachts Funkverbindungen aufrechterhalten. Wer die hochfrequente Exposition am Schlafplatz reduzieren möchte, kann bereits mit einfachen Maßnahmen viel erreichen: mehr Abstand, Flugmodus, nicht benötigte Funkverbindungen ausschalten oder das Smartphone ganz abschalten.
Nach dem etablierten wissenschaftlichen Kenntnisstand lässt sich daraus jedoch nicht ableiten, dass ein Smartphone auf dem Nachttisch automatisch eine Gesundheitsgefahr darstellt.
Wer wissen möchte, welche elektromagnetischen Felder am eigenen Schlafplatz tatsächlich vorhanden sind, sollte nicht spekulieren. Eine fachgerechte Messung kann unterschiedliche Feldquellen identifizieren und zeigen, welche Maßnahmen im konkreten Fall überhaupt sinnvoll sind.
FAQ
Ist Handystrahlung beim Schlafen gefährlich?
Nach dem derzeit etablierten wissenschaftlichen Kenntnisstand gibt es keine ausreichende Grundlage für die pauschale Behauptung, dass ein eingeschaltetes Handy auf dem Nachttisch gesundheitsschädlich ist. WHO und ICNIRP sehen bei Expositionen unterhalb der relevanten Grenzwerte keine nachgewiesenen gesundheitsschädlichen Wirkungen.
Eine wissenschaftlich festgelegte Mindestentfernung für ein eingeschaltetes Smartphone am Bett lässt sich aus den untersuchten Quellen nicht ableiten. Grundsätzlich reduziert zusätzlicher Abstand zu einer körpernahen Quelle die Exposition.
Der Flugmodus deaktiviert die Mobilfunkverbindung. WLAN und Bluetooth können abhängig von Gerät und Einstellungen separat wieder aktiviert werden. Deshalb sollte man die Einstellungen kontrollieren, wenn man Funkverbindungen möglichst vollständig deaktivieren möchte.
Aus Strahlenschutzsicht ist dies bei regelkonformen Geräten nicht grundsätzlich erforderlich. Wer seine persönliche HF-Exposition vorsorglich reduzieren möchte und WLAN nachts nicht benötigt, kann es dennoch deaktivieren.
Ein eindeutiger kausaler Zusammenhang ist nicht belegt. ICNIRP beschreibt zwar kleine beobachtete EEG-Veränderungen, deren biologische Bedeutung aber unklar ist; eine Beeinträchtigung der Schlafqualität wurde daraus nicht nachgewiesen.
Unabhängig von der Strahlungsdiskussion ist es unnötig, das Smartphone so körpernah zu platzieren. Mehr Abstand ist eine einfache Möglichkeit, die HF-Exposition zu reduzieren.
Bluetooth nutzt hochfrequente elektromagnetische Felder zur drahtlosen Kommunikation und fällt damit in den technischen Bereich, der umgangssprachlich häufig als „Elektrosmog“ bezeichnet wird. Die ICNIRP-Richtlinien umfassen unter anderem Bluetooth, WLAN und Mobilfunk.